Chronik 1977-1982


1977

Am 5.10.1974 wurde der Grundstein gelegt für das größte Wohnungsbauprogramm in Karl-Marx-Stadt, das Wohngebiet „Fritz Heckert“. Bis Mitte der 80-er Jahre sollten in den Stadtteilen Helbersdorf, Markersdorf und Kappel 24.900 Wohnungen, später 37.000 Wohnungen entstehen. So erhöhte sich die Einwohnerzahl in diesem Gebiet sehr stark.
Entsprechend der „Anordnung des Ministers des Innern über die Mindeststärken der örtlichen freiwilligen und betrieblichen Feuerwehren“ mußte eine örtliche Freiwillige Feuerwehr geschaffen werden. Diese sollte im Stadtteil Altchemnitz angesiedelt werden, da dort die Chance für eine Mitgliedergewinnung größer ist. Die Aufgabe der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Altchemnitz lag im Aufgabenbereich des Stellvertretenden Stadtbezirksbürgermeisters des Inneren. Dieser hatte sowohl die Feuerwehr personell zusammenzustellen als auch mit Technik auszurüsten. Er konnte Aufgaben per Weisung an staatliche Leiter im Apparat der Stadtbezirksleitung übertragen. Ebenso wurden alle gesellschaftlichen Kräfte im Wohngebiet für diese Aufgabe aktiviert. Auch die Betriebsdirektoren der umliegenden Betriebe erhielten über die SED entsprechende Aufgaben, insbesondere zur Mitgliederwerbung übertragen. Die offizielle Gründung der FFW Altchemnitz fand am 13.4.1977 statt. Auf dieser Gründungsversammlung wurde die erste Wehrleitung gewählt:
– Wehrleiter: Manfred Uhlig
– Stellvertreter VB: Bernd Rudolph
– Stellvertreter EAW: Gotthard BergerEinen Monat nach der Gründung, am 12.5.1977, konnte der Ausbildungsdienst im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes aufgenommen werden.


Die Grundlagen
Brandschutzgesetz der DDR vom 19.12.1974


Das Entstehen der Wehr
Chronik-Seite

13.4.1977
Offizielle Gründung der FFW Altchemnitz
12.5.1977
Der erste Ausbildungsdienst
Dienstplan
 


1978

Die Ausbildung der Leitungskräfte und Spezialisten (Maschinisten, Sägeführer usw.) erfolgte durch Lehrgangsbesuche und Literaturstudium, die der Einsatzkräfte in der Wehr selbst.Durch Gewinnung von weiteren 32 Kameraden wuchs die Wehr im Jahre 1978 auf 44 Kameraden. Dies erforderte auch, durch die Einrichtung eines Gerätehauses normale Bedingungen für die Ausbildung zu schaffen. Schon Anfang 1978 war dazu der Vorschlag für den Umbau von Räumlichkeiten
im VEB Gerätewerk erarbeitet worden.

Am 3.10.1978 konnte des Gerätehaus, bestehend aus einem LKW-Garagenplatz, einem Schulungsraum und einem kleinen Waschraum bezogen werden.Am 14.12.1978 übergab der Stadtbezirk Süd der FFW Altchemnitz das erste Löschfahrzeug LF 8, einen LO2002A.

Dienstplan
3.10.1978
Das Gerätehaus kann bezogen werden
Foto
14.12.1978
Der Stadtbezirk Süd übergibt der FFW Altchemnitz das erste Löschfahrzeug LF8 auf Basis LO 2002
Fotos (2)
Gruppenfoto
 


1979

Mit der Übergabe von Gerätehaus und Löschfahrzeug waren jedoch die Probleme nicht gelöst. Vor der Wehr stand jetzt die Aufgabe, sich mit dieser Technik so vertraut zu machen, daß eine erfolgreiche Brandbekämpfung gesichert werden kann.

Auf einer Sitzung der Wehrleitung Süd am 30.3.1979 wurde die Zielstellung formuliert, bis zum 20.5 1979 die volle Einsatzbereitschaft zu erreichenI.

Im Zeitraum von rund zwei Jahren wurden ausgebildet:

· die Wehrleitung
· 8 Gruppenführer
· 2 Gerätewarte
· 6 Maschinisten für LF8
· 14 DLA-Träger
· 10 Motorkettensägeführer

Außerden erfolgte die Gründung einer Gruppe Vorbeugender Brandschutz unter Leitung von Bernd Rudolph.

Dienstplan
15.9.1979
Brandschutzkonferenz
Einladung
Chronik-Seite
15.9.1979
1.Platz im Leistungsvergleich der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Karl-Marx-Stadt
Urkunde
 


1980

Das Jahr 1980 brachte für die Kameraden der Wehr die ersten zwei Alarmeinsätze:

· 24.4.1980 Katastropheneinsatz Schnee- und Bruchholzberäumungauf der Autobahn
· 22.7.1980 Katastropheneinsatz Hochwasser

Zu einer einsatzbereiten Feuerwehr gehört auch ein gutes Alarmierungssystem. Dies war in den ersten Jahren der Wehr keinesfalls vorhanden. Die Beschallung im Gebiet um das Gerätehaus war absolut unzureichend. Die nächstgelegene Sirene auf der Heinrich-Lorenz-Straße war selten zu hören. Die Installation einer weiteren Sirene in Gerätehausnähe scheiterte immer wieder. Es wurde deshalb der Entschluß gefaßt, über Funkalarmempfänger zu alarmieren. Am 11.7.1980 wurden die ersten dann auch übergeben, im Dezember waren schon 23 Geräte im Einsatz.

Am 3./4.10.1980 fand gemeinsam mit den Wehren von Adelsberg und Erfenschlag eine Wochendenschulung statt. Am 25.11.1980 hatten die Kameraden der Wehr eine weitere Bewährungsprobe: Ein BARKAS B1000 bildete das Übungsobjekt für die Einsatzübung „PKW-Brand Uhlestraße“. Die Wehr konnte nach 9 Minuten und nur in der Stärke 1:5 ausrücken, hatte Probleme beim Aufbau der Wasserversorgung und brachte es erst nach 18 Minuten zu Schaum am Schaumrohr. So mußte leider im Bericht festgestellt werden: „Höheren Anforderungen kann die FFW nicht gerecht werden.“

Auch die Gruppe Vorbeugender Brandschutz hatte 1980 ihren ersten „Einsatz“. Die erste Brandschutzkontrolle der FFW erfolgte am 14.5.1980 im VEB Fortschritt Saydaer Straße.

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Dienstplan
3.1.1980
Wettbewerbsaufruf der ÖFFW Altchemnitz
Chronik-Seite
24.4.1980
Der erste Alarmeinsatz
Einsatzbericht
14.5.1980
Die erste Brandschutzkontrolle
Protokoll
Mai 1980
V.Festival der Freundschaft der Jugend der UdSSR und der DDR
Urkunde der BDVP Karl-Marx-Stadt
25.6.1980
1.Platz beim Kreisausscheid in der 4×100-m-Feuerwehrstafette
Urkunde
11.7.1980
Übergabe der ersten Funkalarmempfänger
22.7.1980
Der zweite Alarmeinsatz
Einsatzbericht
3./4.10.1980
Wochenendschulung
25.11.1980
Einsatzübung „PKW-Brand“
 


1981

Das Jahr 1981 brachte dann weitere Alarmeinsätze:
21.3.1981 Brand einer Abfallhalde im VEB Wirkmaschinenbau
23.3.1981 Dachstuhlbrand an einem Abbruchhaus Helbersdorfer Straße
31.3.1981 Hilfeleistung für Opernhaus (Verlegen einer Wasserversorgung)

Dienstplan
21.3.1981
Brand einer Abfallhalde im VEB Wirkmaschinenbau
Einsatzbericht
23.3.1981
Dachstuhlbrand an einem Abbruchhaus Helbersdorfer Straße
Einsatzbericht
31.3.1981
Hilfeleistung für Opernhaus (Verlegen einer Wasserversorgung)
Einsatzbericht
Besondere Situation: Waldbrandgefahr
Chronik-Seite
 


1982

Im Jahre 1982 traten Probleme mit der Einhaltung der Sollstärke von 40 Kameraden auf. Der Stadtbezirk Süd führte zur Abstellung dieses Problems mehrere Beratungen durch. Dabei ergingen z.B. Weisungen an die Betriebsdirektoren und an den Stadtbezirksschulrat, die Mitgliederwerbung zu unterstützen. Ebenso wurde die Abteilung Wohnungswirtschaft angewiesen, für die Mitglieder der FFW Wohnraum in der Nähe des Gerätehauses bereitzustellen.

Eine gemeinsame Einsatzübung mit der Abteilung F am 27.1.1892 im Interhotel „Moskau“ zeigte, daß nur wenige der eigentlich ausreichend vorhandenen Einsatzkräfte bei Alarm wirklich antraten.

Ende 1982 verfügte die FFW über 47 Kameradinnen und Kameraden, davon 5 Maschinisten und 20 DLA-Träger. Insgesamt hatte die Wehr im Jahre 1982 sieben Einsätze bzw. Einsatzübungen. Die Kameraden führten 314 Brandschutzkontrollen aus. Hervorzuheben ist auch die Betreuung der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ in der Comenius-Oberschule durch die Kameraden der Wehr.

Dienstplan
27.1.1982
Einsatzübung mit der Abteilung F im Interhotel „Moskau“
9.9.1982
Schulung für die Mitglieder der Brandschutzgruppe
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5-jähriges Bestehen der FFW Altchemnitz
Jahreshauptversammlung
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